Aus dem FCB entstanden die Sportfreunde
Historie: Bitzer Fußballer sind seit 1951 ein eigenständiger Verein
Große Jubiläumsfeierlichkeiten standen den Sportfreunden Bitz im Juli 2007 bevor. Der Fußballverein von der Hochalb feierte 75 Jahre Fußball in Bitz – und blickte auf dieses dreiviertel Jahrhundert stolz zurück.
Bitz. Bereits 1932 begeisterten sich viele Bitzer Bürger für den Fußballsport, hatten jedoch keine Gelegenheit, ihrem Hobby auch auf Vereinsebene nachzugehen. Einige Bitzer, die sich um den späteren „ersten“ Vorsitzenden der Schwarz-Gelben, Eugen Kirschbaum, scharten, ergriffen die Initiative und gründeten 1932 den FC Bitz. Die Gemeinde teilte dem neuen Fußballclub zwei Jahre später das Gelände „auf der Auchte“ zu, auf dem heute der Bitzer Sportplatz steht. Im selben Jahr mussten die Bitzer Fußballer aber auch erkennen, dass sie den finanziellen Belastungen, denen ein Verein gegenübersteht, nicht gewachsen waren. Des Weiteren war es dem FC Bitz nicht möglich, sich als großer Ortsverein ins Gemeindeleben zu integrieren: Die Fußballer standen völlig im Schatten des Turnvereins. Und genau diesem schlossen sich die Schwarz-Gelben als Abteilung „Sparte Fußball“ an.
Das erste Spiel nach dem Zweiten Weltkrieg trugen die Bitzer Kicker 1945 siegreich gegen eine französische Soldatenauswahl aus. Die Ehe mit dem TV Bitz hielt 17 Jahre. Dann entschieden sich die Fußballer dazu, wieder eigene Wege zu gehen. Seit dem 20. April 1951 nennen sie sich Sportfreunde Bitz. Nach einem ersten Jahrzehnt Vereinsarbeit stellten sich die Sportfreunde 1961 einem ersten großen Projekt neben dem Fußballrasen: dem Bau des Sportheims.
In eigener Regie und in vielen tausenden Stunden harter Arbeit verwirklichten die Schwarz-Gelben dieses Vorhaben nach zwei Jahren – und ließen die Neuanlage des Sportplatzes unmittelbar folgen. Parallel zur Infrastruktur entwickelten sich die Sportfreunde Bitz auch sportlich weiter. 1969 stiegen die Bitzer Fußballer in die 2. Amateurliga Württemberg auf. Doch statt – wie von vielen erwartet – die Statistenrolle abzugeben, degradierten die Sportfreunde meist ihre Gegner, die aus dem Stuttgarter Raum bis zum Bodensee auf die Hochalb reisten, zu dieser Rolle. Einige Jahre boten die Fußballer aus Bitz Mannschaften wie Friedrichshafen, Ravensburg, Rottweil, Balingen und Tuttlingen sehr gut Paroli.
Der sportliche Erfolg variierte in der Folge. In den vergangenen knapp drei Jahrzehnten spielten die Schwarz-Gelben in der Bezirksliga Zollern und in der Kreisliga. Der sportliche Tiefpunkt war Anfang des neuen Jahrtausends der Abstieg in die Kreisliga B. Seit der Saison 2005/2006 stellt Bitz nach vielen Jahren auch wieder eine zweite Mannschaft. Nach drei Saisonen Aufstiegskampf fertigten die Schwarz-Gelben im Sommer 2009 dann ihr Meisterstück: die Rückkehr in die Bezirksliga Zollern nach über 21 Jahren. Auch der größte Erfolg der Bitzer Jugendarbeit ist in der jüngsten Vergangenheit des Vereins zu finden: Sensationell hatte sich die E-Jugend der Sportfreunde Bitz für das Endturnier der wfv-Hallenrunde 2008 in Ilshofen qualifiziert. VfB Stuttgart, SSV Ulm, Stuttgarter Kickers, SSV Reutlingen und Phönix Pfalzgrafenweiler – von Oberschwaben über die Landeshauptstadt bis an den Schwarzwaldrand war alles vertreten, was im württembergischen Jugendfußball Rang und Namen hat. Und unter diese illustere Runde reihten sich 2008 auch die Nachwuchskicker der Sportfreunde Bitz. Die Schwarz-Gelben boten mehr als nur einen Sparringspartner und landeten am Ende auf einem hervorragenden 7. Platz.
Auch neben dem Sportplatz nahmen die Vereinsmitglieder über die Jahrzehnte zahlreiche Aufgaben war. Der Verein wurde stetig in das Gemeindeleben integriert, die Infrastruktur des Sportgeländes gepflegt und ausgebaut. Den Fokus richteten die Verantwortlichen in den vergangenen Jahrzehnten vor allem auch auf die Jugendarbeit, um den Kindern aus Bitz die Möglichkeit zu bieten, das Fußballspielen zu erlernen. Die Sportfreunde wirken etwa am Projekt: „Kinder unsere Zukunft, Bitz bewegt sich“ mit. Zahlreiche Auszeichnungen belegen den Erfolg der Jugendarbeit. Männer wie Eugen Kirschbaum, Werner Dönselmann, Edmund Czirr, Edgar Wild, Fritz Matthes, Fridolin Enzenross und Jürgen Leitenberger haben den Verein unter ihrem Vorsitz geprägt. Aktuell hält der Vorsitzende Joachim Daebel alle Fäden in der Hand.
Geschrieben von Patrick Mayer